Leitbild – Pädagogische Grundhaltung

Die Bedürfnisse des Kindes stehen im Mittelpunkt:

Kleinkinder brauchen sichere Beziehungen zu den primären Bindungspersonen (Eltern). Da diese in der Zeit des Besuches in der Einrichtung nicht da sind, ist es für die Kinder unbedingt nötig, wenige, aber verlässliche Bezugspersonen zu haben. Für unsere Arbeit bedeutet das, dass die Kinder kontinuierliche Betreuung durch das pädagogische Personal erfahren sollen. Dieses gestaltet die Beziehung und den Dialog zum Kind im Sinne unseres pädagogischen Konzeptes.

 

Unsere Krippen-Pädagogik nach Emmi Pikler:

Grundlage unserer pädagogischen Arbeit in der Kinderkrippe ist die Pädagogik Emmi Piklers, einer ungarischen Kinderärztin, die sich in den 1920er Jahren mit Kleinkindpädagogik beschäftigte und deren Forschungen und Beobachtungen weltweit Beachtung finden. Aspekte daraus sind:

 

• Jedes Kind entwickelt sich in seinem eigenen Tempo. Es werden von uns keine 
  Entwicklungsschritte vorweg genommen. Jedes Kind bekommt die nötige Zeit für die eigene
  Bewegungsentwicklung.

• Einheit von Pflege und Erziehung

• Das Kind mit seinen individuellen Bedürfnissen steht im Mittelpunkt unserer Arbeit.

• Der taktvolle Umgang mit dem Kind.

• Das Kind ist ein kompetentes Wesen.

• Die vorbereitete Umgebung

• Dialog zwischen Erwachsenem und Kind

Eingewöhnung

Am Anfang steht eine achtsam begleitete Eingewöhnungsphase mit nur einer festen Bezugsperson. Mit der entstehenden Bindung wächst das Vertrauen in alles Weitere. Wir planen für die Eingewöhnungszeit in der Krippe 4- 6 Wochen. Wichtig ist uns, dass die Kinder genügend Zeit haben, um anzukommen und Kontakt aufzunehmen. Die Eltern sind hierbei eine wichtige Unterstützung für ihre Kinder. Je weniger Zeit -Druck sie haben, desto besser kann sich das Kind von ihnen lösen.

 

Pflegesituation in der Krippe

Der Pflegesituation kommt eine besondere Bedeutung zu. Die Erzieherin ist hier mit einem Kind in einer eins- zu- eins- Situation beschäftigt. Das Kind soll sich aktiv am Wickeln beteiligen können. Sobald die Kinder selbständig stehen können, entscheiden sie selbst, ob sie im Stehen oder im Liegen gewickelt werden wollen. Die meisten Kinder entscheiden sich für das Wickeln im Stehen. So ist den Kindern eine aktive Teilnahme möglich.

Essen

Je nach Entwicklungsstand des Kindes wird das Essen in Einzelsituation mit einem Erwachsenen, in einer Kleingruppe oder in der gesamten Gruppe stattfinden. Das Essen in der Gruppe als gemeinschaftliches Erlebnis ist das Ziel. Das Erlernen des selbständigen Essens  und später das gemeinsame Essen haben eine besondere Bedeutung. Es ist ein wesentlicher Bestandteil der Sozialisation im Kindesalter. Für das Kennenlernen von Geschmäckern ist es wichtig, zu erkennen, was auf dem Teller liegt. So ist uns wichtig, jede Essenszutat separat zu reichen. Nur so kann das Kind entscheiden, was es essen möchte. Kein Kind wird von uns zum Essen gezwungen. Essen soll für die Kinder vor allem mit Genuss verbunden sein.

Ausstattung / Spielmaterial und Bewegungsmobiliar

Neben dem herkömmlichen Spielzeug wie Autos, Puppen und Bausteinen, stehen den Kindern vor allem Alltagsmaterialien zur Verfügung: Schüsseln, Körbe, Taschen, Kissen, Seile, Schläuche, Bälle, mit Mehl gefüllte Säckchen, Verkleidungsutensilien, Tücher, etc.

 

Für die Bewegung im Raum steht Hengstenberg-Mobiliar in jeder Gruppe zur Verfügung. So gibt es in jeder Krippen-Gruppe z.B. ein Podest (10cm Höhe) mit verschiedenen schiefen Ebenen und verschiedene Klettermöglichkeiten, wie z.B. der Kletterbogen. Es gibt immer die gut bekannten Materialien und auch die für den nächsten Entwicklungsschritt bereitgestellten Dinge. Die selbständige und eigenbestimmte Bewegungsentwicklung des Kindes ist die Grundlage der Persönlichkeitsentwicklung. Die Kinder gewinnen durch das selbständige Überwinden von Widerständen und Schwierigkeiten (insbesondere beim Klettern und Balancieren) ihre innere Spannung und Aufrichtung. Kein Kind wird in eine Position gebracht, die es nicht selbst erreichen kann. Kinder üben sich in der Bewegung; so klettern sie am Kletterdreieck immer wieder hinauf und herunter, bis sie eines Tages über das Dreieck hinüber klettern werden.

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Pädagogisches Konzept
Konzept Krippe-Stand Juli 2015.pdf
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Elterngespräche als wichtiger Bestandteil der Pädagogik

Das Kind lebt haupsächlich bei Ihnen, in Ihrer ganz individuellen Familienstruktur.
Unser Ziel ist es, ein partnerschaftliches Miteinander mit den Eltern zum Wohle des Kindes zu leben. Wir verstehen uns als familienergänzende Einrichtung. Mit jeder Familie wird im Krippenjahr ein Elterngespräch geführt. Die Eltern haben zusätzlich die Möglichkeit, weitere Gespräche mit uns zu führen (bitte sprechen Sie uns an). 

Wichtig sind uns die täglichen Übergabegespräche. Beim Bringen und Abholen erzählen wir gemeinsam mit dem Kind, was es an diesem Tag erlebt hat. Wir wollen die Eltern am Leben ihrer Kinder in der Zeit, in der sie in der Krippe waren, teilhaben lassen. Dabei erzählen wir von Dingen, die gut gelungen sind, aber auch von den weniger gutgelungenen wollen wir berichten.

Regelmäßige Zusammentreffen von Eltern und pädagogischem Personal finden z.B. im Rahmen von Elternabenden, Festen, Gartenaktionen usw. statt.